Senden und Empfangen von binären Dateien ins bzw. aus dem Internet


Dieser Text gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Senden und Empfangen von binären Dateien ins bzw. aus dem Internet.

Das Internet Mail-Gateway von CompuServe arbeitet mit 7-bit, was das Senden von binären Dateien (8-bit) nicht ohne vorherige Konvertierung möglich macht. Zu diesem Zweck muß eine Binärdatei vor dem Versand in eine 7-bit ASCII-Datei konvertiert werden. Es gibt eine ganze Reihe von Programmen, die diese Konvertierung automatisch durchführen.
In den einschlägigen Foren (GO GERINT, GO INETRES) findet man diese Programme, indem man in den Bibliothekssektionen nach dem Stichwort UUENCODE suchen läßt. Binäre Dateien können Bilder (Jpeg, Gif, Bmp usw.), Dokumente mit Formatierungen (wie Word und Excel) oder auch ausführbare Programme (.exe) sein.
Anhand des weitverbreiteten Programmes WINCODE soll hier demonstriert werden, wie eine binäre Datei ins Internet geschickt und wie sie aus dem Internet empfangen werden kann.

Versenden einer Datei ins Internet:
  1. Starten Sie WINCODE mit einem Doppelklick auf das Programmsymbol.
  2. Wählen Sie unter FILE den Punkt "Encode" und suchen Sie die binäre Datei, die Sie konvertieren möchten. Nachdem Sie die Datei ausgewählt haben, können Sie im gleichen Dialog-Fenster unter "Options" auch den Code- und File-Type auswählen. Das meistverwendete Format ist UUEncode (UUE) und der File-Type sollte auf MS-DOS stehen. Bei UUE gibt es noch die Möglichkeit, zwischen WINCODE-Standard und MIME-kompatibel auszuwählen. Falls der Empfänger auch WINCODE für die Dekodierung benutzt, kann "WINCODE-Standard" angegeben werden, ansonsten sollte man es mit "MIME-Conformant" ausprobieren.
  3. Die konvertierte Datei wurde nun mit der Endung .UUE in das Encode-Verzeichnis abgelegt. Wählt man bei den unter 2. genannten Optionen die Möglichkeit, einen neuen Namen anstelle des Originalnamens zu verwenden (Encoded file name --> user select), kann man den Namen der konvertierten Datei auch noch ändern.
  4. Nun erstellt man im WinCIM (oder Mac/OS2CIM) eine Nachricht und hängt die konvertierte Datei an. Dabei ist zu beachten, daß der Datei-Typ "Text" und nicht "Binär" gewählt wird, da man ansonsten eine Fehlermeldung erhält ("Receiver not valid for binary messages"). Beim Empfänger gehen dann zwei Nachrichten ein, einmal das kurze Begleitschreiben und dann die Datei selbst.
Die Datei kann auch mit "Datei versenden" geschickt werden. Auch hier gilt es wieder zu beachten, daß als Typ "Text" und nicht "Binär" gewählt wird. Beim Empfänger geht dann nur eine Nachricht mit der eigentlichen Datei ein.

Als dritte Möglichkeit kann der Inhalt der Datei (die wirren Zeichen) auch direkt in eine normale Nachricht hineinkopiert werden. Dabei ist zu beachten, daß UUE-Files immer mit "begin" anfangen und mit "end" aufhören. Diese Teile müssen mit in den Textkörper hineinkopiert werden.

Hier ein Beispiel:
begin 644 dialer.zip
M4$L#!!0````(`"Q>81]]UZ`)"Q4```!"```)````5')A8V4N9&]C[5M[D&35
M63\],PLL;`/+8UF61RZ/"C,ZT^PNV05!S0X].S"R\ZB96=;5+5.WNT]/7_;V
MO>V]MV>V@V61LB1H66!8HZE$C1@I38CO,HF$6/QAXB-H@""^J)*45BP4%$@"
MK$EV_'W?=\Z]MWL>.TMIH11W]]?W==Z7[R*UN??^CW=WQ-]1RW
..........
MMH$R%0``3F]T97,N9&]C4$L!`C(+%`````@`M5MA'VNTG!Q+&P```)0```L`
M`````````````+:!.>8``%=I;G-O8VLN9&]C4$L%!@`````#``,`IP```*T!
$`0``````
`
end


Diese Methode funktioniert allerdings nur mit sehr kleinen Dateien, da die Größe von Nachrichten auf 32KByte beschränkt ist.


Empfang einer Datei aus dem Internet:

Eine Datei aus dem Internet kann auf verschiedene Art und Weise bei Ihnen eintreffen.
Als NONAME.DAT:
Mit WINCODE kann diese Datei auf zwei Arten wieder in eine binäre Datei zurückkonvertiert werden.
Hier die erste Möglichkeit:
  1. Man öffnet WINCODE und ruft den Punkt "Decode" unter OPTIONS auf.
  2. Unter "Extensions" fügt man die Endung DAT der Liste, die sonst nur UUE aufführt, hinzu. Bei dem Punkt "Decoded file name" sollte man "User select" auswählen. Dadurch kann der Datei ein anderer Name gegeben werden. Danach geht man im Menü FILE auf den Punkt "Decode" und wählt die Datei "noname.dat" aus. Auf diese Weise werden nicht nur Dateien mit der Endung UUE akzeptiert, wie das ohne das Hinzufügen der DAT-Endung der Fall ist.
  3. Nun wird man, falls man die Option "User select" (siehe oben) gewählt hat, noch nach dem Namen der dekodierten Datei gefragt. Hat man bei den Decoding Options auch noch den Punkt "User select" bei "Decoded files directory" gewählt, kann man auch noch das Verzeichnis bestimmen, in das die Datei abgelegt werden soll.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Datei "noname.dat" vor dem Dekodieren umzubenennen und dabei als Endung UUE einzutragen. Der Rest bleibt identisch mit der vorangegangenen Dekodierung der Datei. Sollten Sie jedoch regelmäßig binäre Dateien aus dem Internet empfangen, empfiehlt sich die erste Methode, da dadurch die Endung DAT automatisch von WINCODE erkannt wird.

Als Nachricht mit unleserlichen Zeichen:
  1. Zuerst öffnet man einen Text-Editor wie z.B. NotePad.
  2. Nun kopiert man den Inhalt der Nachricht ab "begin" bis "end" in die Zwischenablage und kopiert diese dann aus der Zwischenablage in den geöffneten Text-Editor.
  3. Nun speichert man die Datei mit der Endung .UUE ab.
Der weitere Verlauf der Dekodierung geht dann wie beim Vorgang zu NONAME.DAT weiter.
Durch die Umbenennung der neuen Datei mit der Endung .UUE ist es allerdings nicht notwendig, die Endung .DAT den Extensionstypen hinzuzufügen.

Bei WINCODE bringt die automatische Erkennung der verwendeten Kodierverfahren in den meisten Fällen das gewünschte Ergebnis. Sollte sich jedoch einmal eine Datei nicht wieder zurück in eine binäre Datei konvertieren lassen, kann man versuchen, alternativ die Verfahren UUE, Base64 und BinHEX (nur bei Macintosh-Dateien) manuell festzulegen.

Bei anderen Programmen zur Dekodierung weichen die einzelnen Schritte meist etwas ab, grundsätzlich bleibt der Vorgang jedoch derselbe.